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Zunder für Räucherungen

Der Zunderschwamm

Fomes fomentariusDer Zunderschwamm (Fomes fomentarius) ist ein korkig-holziger Schichtporling, der vor allem auf altersschwachen Buchen schmarotzt. Der echte Zunderschwamm ist ebenso Elefantengrau wie die Buchenrinde und kann eine Grösse von bis zu 50 cm erreichen. Auf keinen Fall darf man den Zunder mit dem Schichtporling verwechseln. (Ich glaube, der würde niemals brennen). Der Schichtporling wächst meistens an Tannen und weisst einen gelben, orangen oder roten Rand auf. Lasst Euch keinesfalls vom Schichtporling verführen. Er geht nicht ! Den Zunder findet man wirklich und ausschliesslich an Buchen (manchmal und ganz selten noch an Birken). Alles andere geht nicht.

Zunder an der BucheErnte des Zunderschwamms

SchichtporlingDas Pflücken des Zunders ist meistens eine kleine Hexerei. Denn dieser Schwamm klebt ganz ordentlich am Gehölz. Es braucht ziemlich viel Kraftaufwand, diesen Schwamm abzulösen. Mit dem Sackmesser ein wenig dem Stamm nach, den Schwamm einschneiden kann helfen - ! aber Vorsicht ! - ich habe mir dabei auch schon kräftig in die Finger geschnitten. Nun kann man den Zunder mit nach Hause nehmen - und kann in einen Gefäss mit Wasser (oder Urin - aber dazu komme ich später) eingelegt werden. Falls der Zunder nicht innert 3 Tagen verarbeitet werden kann, bitte trocknen - man kann den Schwamm jederzeit wieder erneut aufweichen zur Verarbeitung. Der Frühling ist eine gute Zeit den Zunder zu sammeln. Denn einerseits wächst er in den ersten warmen Tagen sehr gut und andererseits kann man in jetzt noch gut entdecken, da die Bäume noch nicht stark belaubt sind.

Aufbereitung des Zunders

Nachdem wir im Wald viele Zunder gefunden und gesammelt haben - und uns ausreichend beim Baum bedankt haben für diese schöne Gabe, gehen wir also hin und beginnen den Schwamm zu verarbeiten.

guter ZunderWenn man keine Zeit hat, kann man den Schwamm einfach austrocknen lassen. Das macht im nichts. Auf keinen Fall feucht halten oder so - sonst kriegt der noch einen Schimmelpilz und beginnt zu faulen.....

Der Zunderschwamm hat einen oberen Panzer. Diese graue Schicht die zum Himmel schaut, die ist Bockhart. Unten ist er weicher - aber die Haut die unten dran ist, die kann man auch nicht brauchen.

Beim Foto kann man sehr gut erkennen, der hellbraune Teil (Trama) der einem an Wildleder erinnert, das ist feinster Zunder. Der dunkelbraune fasrige Teil, ist Abfall. Der fühlt sich an wie «Kaugummi» und wird nicht wirklich gut brennen. Diesen «Kaugummi» abtrennen und dem Grünabfall übergeben.

Zunder einweichen und vorbereiten

Zunder einweichenNun also - legen wir den Schwamm in ein Kübel und lassen diesen mindestens 3 Tage im Wasser liegen. Noch besser wäre, wenn man alles in Urin einlegen kann. Aber das beginnt fürchterlich zu stinken. Wer es trotzdem so machen will - Idealerweise nimmt man frischen Pferdeurin. Das ist das Beste. Jedoch ist auch unser eigener Urin sehr gut geeignet. Na ja - wie der Urin da rein kommt, ist jedem selbst überlassen. Wasser reicht allemal.

VORSICHTDanach kann man sich in der Küche gütlich tun. BITTE VORSICHTIG. Das Zeug ist Pickelhart. Da schneidet man sich schnell in die Finger. Schneide nun Streifen von cirka 8-12 mm Dicke. Dann schneide das Dunkelbraune langfasrige Zeug weg - und schneide die Stücke, der Grösse nach Deinem Gebrauch, so dass sie später in der Räucherschale gut Platz finden.

Die Unterseite des Schwamm hat so eine dünne (ca. 2 mm) dicke Haut. Die kann man abziehen und kompostieren. (Übrigens: Alle Teile des Zunder, welche nicht genutzt werden können, gehören auf den Kompost). Die obere graue «Panzerschicht» sagen manche, solle man ebenfalls abschneiden. Ich hatte aber noch nie Probleme damit. Die verbrennt wie der restliche Schwamm, wunderbar.

Wolf-Dieter Storl beschreibt im Buch «Naturrituale» auf Seite 141ff noch das folgende: *Das (tagelange einweichen) macht ihn weich genug, so dass es nicht schwierig ist, die harte Huthaut und die Röhrenschicht mit einem scharfen Messer zu entfernen.*

Auch wenn es noch vom dunkelbraunen Faserzeug dran hat, das macht nichts. Einfach nicht zuviel.

trocknen lassenJetzt legt man den Zunder zum trocknen aus.

Dazu benutze ich eine flache Plastikschüssel und lege Haushaltspapier darunter, damit der Zunder schön austrocknen kann.

Lasst den Zunder trocknen - 2-3 Wochen lang oder länger - das ist egal. (Auf keinen Fall weniger lang) Wolf-Dieter Storl beschreibt im Buch «Naturrituale» auf Seite 141ff noch das folgende: "Diese wird nach dem Herausschälen ordentlich gertocknet und durch Klopfen weich gemacht. Der fertige Zunder fühlt sich etwa wie Wildleder an und sieht auch demenstrechend aus."

Nitrieren

Nun, der Zunder ist geschnitten und getrocknet, aber noch nicht ganz bereit zum Räuchern....

Der Zunder würde bereits brennen, aber sehr schlecht. Zuerst müssen wir diesen noch «Nitrieren». Das geht ganz einfach: Lege die getrockneten Stücke in das Lavabo oder ein Plastikeimer voller Urin. Am Besten eignet sich Pferdeurin, da dieser sehr viel Natrium enthält und den Abbrand verbessert. Aber auch Dein eigener Urin ist völlig ausreichend.
Notfalls als UNBIOLOGISCHE Methode kannst Du auch eine Salpeterlösung verwenden – aber dann habe ich schon ernsthafte Fragen.....

Lass den Zunder etwa 1 Stunde im Urin liegen, nimm diesen raus und lass in ausreichend trocknen. Auch dieses wieder kann mehrere Wochen oder Monate sein. Der Zunder ist eigentlich jetzt Zündfertig.

Wunderschöner ZunderAls Finishing des Zunders, lasse ich in einer Schale ein wenig Kerzenwachs schmelzen. Leg einfach ein wenig Wachs in eine Schale und erhitze alles im Backofen bei etwa 100 Grad Celsius. Wenn der Wachs flüssig ist, kannst Du jeweils etwa die Hälfte des Zunders in flüssiges Wachs tauchen. So zündet er nochmals ein weng besser für eine schöne Räucherung.

Viel Erfolg

Ein schönes Ritual zu einer Räucherung, zusammen mit selbst gesuchten Wildblüten, Wildkräuter, Baumrinden und Blätter, sind in jedem Fall ein vielfaches Wert als jedes Räucherstäbchen.

Zudem schonen wir unterbezahlte Menschen, welche mühselig Holz für die Räucher-Kohlenproduktion heranschleppen müssen.

Ritual-Text von FAUN

Gaian pamm'äteiran a-ei somai
(Ä-üthemethlon presbistan,
H'ä pherbei epi chtoni panth hopos'estin;)
Ämen hosa chtona dian eperchetai äd'hosa ponton,
Äd'hosa potontai, tade pherbetai ek sethen olbu.
Chaire theon m'ätär,
Aloch'Uranu astero-entos.

Die Erde will ich besingen, die Allmutter
(Die fest Begründete, die Älteste aller Wesen.
Sie nährt alle Geschöpfe, alle, die auf der göttlichen Erde sich regen)
Alle, die in den Meeren sich regen, und alle die fliegen.
Von ihrer Fülle leben sie alle.
Sei gegrüsst Mutter Erde,
Gattin des gestirnten Himmels.

Quellennachweis: Dieses Dokument entstand grundsätzlich aus eigenen Erfahrungen mit diesem Pilz. Die zitierten Stellen nehmen Bezug auf das Buch von Wolf Dieter Storl «Naturrituale», erschienen im AT Verlag: ISBN-13: 978-3855029648 (sehr zu empfehlen)
Das Lied Gaian stammt von Faun

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Grosser Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.
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